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  • Philo-Slam Umbruch
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Am 3. März 2017 fand in München der sechste Philo-Slam statt und behandelte dieses Mal das Thema „Unsere Welt im Umbruch, was kann ich tun?

Was ist ein PhiloSlam? Unser PhiloSlams ist ein Forum, wo die Slamer auf künstlerische Weise zu wesentlichen Themen und Herausforderungen unserer Zeit Stellung nehmen, zum Denken und Hinterfragen anregen.

Slams über Gerechtigkeit, Geldsysteme und eine geflügelte Kröte!

Als erste Slamerin ermutigte Sandra die Zuhörer durch ihr selbst geschriebenes Gedicht, ab heute andere Wege einzuschlagen und anzufangen sich selbst zu ändern.

Du willst Gerechtigkeit?
Dann sei Gerechtigkeit!
Du brauchst Gelassenheit?
Dann mach dich dafür frei.
Wir legen selbst uns den Samen heute in die Hand.

Ulli erklärte anhand anschaulicher Beispiele, weshalb unser derzeitiges Geldsystem auf einem sehr wackligen Fundament steht und nicht funktionieren kann. Nachdem er seine praktischen Tipps gegen diese Misslage verkündete, erntete er tosenden Applaus!

Christian, ein begeisterter Philosoph, beschrieb den natürlichen Menschen, zu welchem wir zurückfinden müssen, um das heutige System von innen heraus zu verändern.

Das Publikum war von Sabrinas Gedicht am meisten begeistert. Es erzählte über einen bescheidenen Frosch, der einem eitlen Pelikan die Welt erklärt.

Philo-Slam Umbruch

Die geflügelte Kröte

Mach deine braunen Ohren weit
und hör, was ich dir flöte,
sagte einst voll Eitelkeit
der Pelikan zur Kröte.

Gleich einem dicken schweren Stein
sitzt du da auf Erden.
Wirst nie ein höh’res Wesen sein,
wirst niemals flügge werden.

Sieh’ wie mit einem Flügelschlag
ich in die Luft mich schwinge.
Ich dich mit meinen Flügeln schlag
und dabei fröhlich singe.

Was überhaupt und außerdem,
fährt gleich der Vogel fort,
hast du schon von der Welt geseh’n –
warst nur an diesem Ort.

Hast nie auf andrer Haupt geschaut,
nie auf der Bäume Kronen.
Hast hier im Schlamm dein Nest gebaut,
wirst immer darin wohnen.

Hüpfst immerfort durch deinen Teich.
Du willst dich wohl erheben?
Kaum springst du hoch, so fällst du gleich;
welch jämmerliches Leben.

Dein Wort ist einer Waffe gleich,
entgegnete die Kröte.
Statt Ausdruck deines Geistes Reich
ist’s dir eine Machete.

Mit meiner Sorte misst du dich
nur um dich selbst zu adeln.
Formst Worte, die verletzend sind
wie spitze kleine Nadeln.

Welch Glück, dass ich an jenem Platz,
wo bei dir Flügel sind,
egal, wie messerscharf dein Satz,
gar nicht verwundbar bin.

Schwebst du auch frei und heiter
hoch in des Himmels Zelt,
so seh ich doch noch weiter,
seh mehr noch von der Welt.

Sieh hier den Wassertropfen,
in dem die Welt sich spiegelt.
Sieh, wie das Universum
er ganz in sich versiegelt.

Hör hier wie sanfte Lüfte
durchs trockne Schilf sich winden.
Der Weisheit ew’ge Düfte,
die niemals mehr entschwinden.

Wenn Wolken rosa, blau und blass
dir auch zu Füßen liegen,
so hast du wohl verstanden, dass –
doch nie warum sie fliegen.

Hüpf immerfort durch meinen Teich
und will mich wohl erheben.
Kaum spring ich hoch, so fall ich gleich;
welch jämmerliches Leben.

Was du da sagst scheint recht und gut
für wahrheitsblinde Ohren.
Doch wer zu fallen hat den Mut,
wird wieder neu geboren.

Bald sehe ich die Wurzeln,
bald sehe ich die Kronen.
Bald sehe ich die Seelen,
die in den Bäumen wohnen.

So nenn du ruhig den Himmel dein
und meine sei die Erde.
Denn du wirst niemals Kröte sein,
wie ich nie Vogel werde.

Doch denke, dass wir alle hier,
egal, wie wir erscheinen,
die höchste Kraft von jedem Tier
stets tief in uns vereinen.

Denn wenn auch flügellos und schwer,
so bin ich hüpfend Wesen
die Hälfte meiner Zeit und mehr
hoch in der Luft gewesen.

von Sabrina Lettenmaier

Humorvoll und mit jugendlicher Frische wurden die Zuschauer von Florian und Maya durch den Abend geführt, die keine Gelegenheit für einen guten Witz ungenutzt ließen.

Alles in Allem war der Philo Slam wieder Mal ein großer Erfolg und wird in absehbarer Zeit natürlich erneut stattfinden.

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