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Träume

William Shakespeare sagte, dass wir aus dem gleichen Stoff wie unsere Träume sind. Träume sind Botschaften der Seele, sagen andere, oder der Mensch, der träumt, sei ein Gott.

Was träumen Sie?

Die Stimme, die in unseren Träumen spricht, kommt aus einer Quelle, die uns transzendiert.
Carl Gustav Jung

Wissen Sie, dass Sie ca. 20% Ihres Lebens verträumen? Die Hirnforschung hat herausgefunden, dass wir während des gesamten Schlafes träumen und nicht nur in den REM-Phasen. C.G. Jung behauptete vor 50 Jahren sogar: Wir träumen immer! Auch am Tag. Da ist allerdings das Wachbewusstsein über die Traumaktivität gelegt, sodass wir im Hier und Jetzt agieren und unsere Träume nicht wahrnehmen. Wenn wir dann zu Bett gehen, können sich unsere inneren Bilder ungehemmt entfalten.

Der Traum in den traditionellen Kulturen

Der Traum hat seit jeher die Menschheit beschäftigt. Um nur einige wenige Beispiele zu nennen:

  • Die Ägypter waren der Ansicht, dass der Traum eine tiefere Form von Bewusstsein ermöglichte.
  • Die Buddhisten sahen im Traum die Möglichkeit, mit den verborgensten Ebenen des Menschen in Kontakt zu treten.
  • Die Griechen benutzten den Traum in eigens eingerichteten Schlaftempeln zu Heilzwecken (der Patient träumte nach entsprechender Vorbereitung die Ursache und Therapiemöglichkeit seiner Krankheit).
  • Im Islam betrachtete man den Traum als Zwiegespräch zwischen Mensch und Gott.
  • Die Senoi (Ureinwohner im Dschungel Malaysiens) pflegen seit vielen Jahrhunderten eine echte Traumkultur, bei der es darum geht „Herr des eigenen Traumreiches“ zu werden.

Alle Gestalten und Ereignisse aus den Träumen dienen der geistigen Entwicklung und Selbstwerdung und die Elemente aus den Träumen werden im Wachzustand weiterbearbeitet.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Träume einerseits als Möglichkeit betrachtet wurden, mit den tiefsten – oder höchsten – verborgensten Ebenen des Menschen selbst in Kontakt zu treten, mit dem Unbewussten. Und andererseits war man überzeugt, Gesetze und Wahrheiten über das Universum und das Göttliche erfahren zu können. Der Traum bildet eine Brücke zwischen der inneren Welt der Seele und des Geistigen (in der der Mensch die Grenzen der physischen Welt überschreiten kann) und der äußeren Welt des Wachzustands.

Das Traumbewusstssein

Träume

Die geistig-psychische Welt des Menschen ist mehrdimensional. C. G. Jung spricht vom Ich, dem Bewusstsein und dem individuellen und kollektiven Unbewussten. Der französische Islamgelehrte Henry Corbin unterscheidet drei Realitätsebenen:

  1. Die Sinneswelt (das Beobachtbare, Wahrnehmbare),
  2. das abstrakte (unaussprechliche, intelligible) Universum und
  3. eine mittlere Ebene, die sich zwischen diesen beiden Realitäten befindet, die Imaginale Welt.

Zu beiden letzteren Realitätsebenen finden wir mittels der Träume Zugang.

Im Alltag leben wir in der Sinneswelt, der Raum-Zeit-Ebene. Hier ist der Sitz unserer Wahrnehmung, unseres Denkens und Fühlens, das Wachbewusstsein. Im Schlaf treten wir in das Traumbewusstsein, das Unbewusste ein, wir nehmen symbolische Bilder wahr, wir haben Zugang zur „ Imaginalen Welt“, die uns eine andere, höhere Form der Realität öffnet. Die Senoi meinen, dass wir hier mit dem wahren Menschen, dem göttlichen Selbst in Kontakt treten. Und manchmal, in den „Großen Träumen“ gelingt es uns auch, die höchste Ebene, das Kollektive Unbewusste oder das Kosmische Bewusstsein zu erreichen.

Henry Corbin definiert die Imaginale Welt als „den Ort der Welt, wo visionäre Ereignisse ihren Platz haben (…) und auch die symbolischen Handlungen aller Initiationsriten.“

Die Imaginale Welt ist die Verbindung zwischen der intelligiblen und der sinnlichen Welt. Hier kann man Gegensätze integrieren, intuitive Erkenntnisse erlangen, hier gilt das „Sowohl-Als auch“.

Träume

Wann träumen wir? Die Schlafphasen

Die Gehirnforschung hat nachgewiesen, dass es verschiedene Schlafphasen gibt, die durch unterschiedliche Gehirnwellen gekennzeichnet sind. Man geht von einem Zyklus von fünf Schlafphasen aus, die insgesamt ca. 90 Min. dauern und deren letzte der Traumschlaf, der REM-Schlaf ist. Nach diesen 90 Minuten wird der Schlaf leichter, manchmal wacht man kurz auf, und danach beginnt ein neuer Zyklus von ca. 90 Minuten.

Wie schon eingangs erwähnt, geht man davon aus, dass wir in allen Schlafphasen träumen. Allerdings wurde in Schlaflabors die Gehirnaktivität gemessen und festgestellt, dass in den REM-Phasen besonders intensiv geträumt wird und dass der REM-Schlaf von einzigartiger Bedeutung ist.

About The Author

Gudrun Gutdeutsch leitet seit über 10 Jahren ehrenamtlich den Treffpunkt Philosophie Deutschland. Seit 30 Jahren praktiziert sie Philosophie als Lebenskunst und ist als Kurs- & Seminarleiterin und Vortragende tätig. Seit 15 Jahren schreibt sie die Serie "Lebenskunst" für das Magazin "Abenteuer Philosophie". Außerdem ist sie Autorin des Buches "Wie duscht ein Philosoph?" Beruflich wirkt sie als Trainerin (u.a. für das FREUNDE-Programm) und als Fachberatung für Interkulturelle Pädagogik und sprachliche Bildung.

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