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Held

Wenn es heute echte Helden gibt, werden sie leider sehr schnell diskreditiert. Es scheint so, dass wir heute alle Menschen gleichmachen wollen und uns Helden dabei stören. Sobald sich jemand mit einer guten Tat auszeichnet, suchen und präsentieren die Medien sofort auch Unvollkommenheiten oder Fehler.

Warum haben wir Angst davor, Helden zu haben oder gar selbst Helden zu sein?

Ist es uns unangenehm, dass manche Menschen mehr aus ihrem Leben gemacht haben als unsereiner in seiner lauen Bequemlichkeit? Oder haben wir Angst, nicht akzeptiert zu werden, wenn wir anders denken als der Mainstream und „altmodisch“ tugendhaft und moralisch handeln?

Natürlich ist es auch einfacher, ein Opfer der Umstände zu sein als selbst Verantwortung zu übernehmen. Als Opfer können wir auf Verständnis, Mitgefühl und Unterstützung hoffen. Natürlich gibt es Menschen, die schwere Schicksalsschläge erleiden, z. B. Kriegsopfer, Flüchtlinge, Opfer von Naturkatastrophen etc. Aber auch hier werden Helden geboren, wenn man sich entscheidet, die Opferhaltung abzulegen und seine Handlungsmöglichkeiten beherzt wahrzunehmen.

Ein Held ist zum Beispiel Viktor Frankl, der sich nicht durch die Umstände im Konzentrationslager aufgegeben hat und der den Mut und die Kraft hatte, trotzdem „Ja“ zum Leben zu sagen.

Wer ist ein Held?

Held

Betrachten wir die Entwicklung des Heldenbegriffs. Im klassischen Altertum ist der Held das Kind eines Gottes/einer Göttin und eines Menschen. Er ist ein Wesen von doppelter Natur mit einem menschlichen und einem göttlichen Teil. Der menschliche Teil verleitet ihn, Fehler zu machen und auch zu leiden. Der göttliche Teil spornt ihn an, seine Kraft und Fähigkeiten zu verwenden, um großzügig und mutig zu sein und anderen zu helfen. So betrachtet, ist jeder Mensch ein potenzieller Held, da es in jedem etwas Göttliches gibt. Derjenige, der sich dessen bewusst war und diesen göttlichen Teil in sich und seinem leben aktivierte und große gute Taten vollbrachte, war ein Held. Das Wissen um ihre Unvollkommenheit hielt die Menschen des Altertums nicht davon ab, sich Helden zum Vorbild zu nehmen und ihnen nachzueifern.

Held

Im Mittelalter verlor sich die Idee des Göttlichen im Menschen, aber es blieben Tugenden wie Großzügigkeit und Mut, die Menschen in Helden verwandelten. Es entstand das Bild des tapferen, bescheidenen und großzügigen Ritters, durch lange Übungen erprobt und viele Heldentaten bestätigt, der sich in den Dienst des Guten (z. B. für höhere Ideale, Schutz der Schwachen) stellte und Tugenden wie Treue, Ehre und Gerechtigkeit pflegte.

In unserer heutigen zeit hat der Heldenbefriff eine Wendung erlebt. Mit der Französischen Revolution und noch mehr mit der industriellen Revolution gingen nicht nur die Werte Großzügigkeit und Mut verloren, der Begriff Held bekam auch eine negative Bedeutung: „Amerikaner hören das Wort (Held) und denken an Rambo, Deutsche hören das Wort und denken an Schlimmeres“, sagt Neiman. Diese Angst vor dem Wort Held oder heldenhaften charismatischen Politikern sei verständlich, anderseits auch ein Zeichen, dass man hier noch nicht frei ist.

Die Veränderung des Heldenbegriffs führte zu einer Verniedlichung der wirklichen Bedeutung und Größe und machte diejenigen zu Helden, die am meisten Leid ertragen können.

Statt mit unseren Mitmenschen zu wetteifern, wer der größere Held sein könnte, wetteifern wir darum, das größte Opfer zu sein.

Neiman schlägt vor, unsere passive Opfermentalität zu reduzieren und zu den ursprünglichen Modellen zurückzukehren, in denen der Held wieder die Bühne betreten darf und wo es wichtig ist, was wir für die Welt getan haben und nicht, was die Welt uns angetan hat.

Das Wort Held wurde manipuliert, um die Menschen unterwürfig und folgsam zu machen.

Held

Jeder Mensch neigt zu Bequemlichkeit, Sicherheit und Genuss. Diese Neigungen werden durch Regierungen und Institutionen, die uns Bürger gerne gefügig sehen und kontrollieren wollen, missbraucht. Unseren Hang zur Bequemlichkeit manipulierten sie, bis wir uns in angepasste und zufriedengestellte Konsumbürger verwandelt haben, unmündig und einfach zu beeinflussen. So wird uns z. B. vermittelt,

  • wir könnten uns Glück kaufen,
  • wir könnten über die sozialen Netzwerke im Internet eine Vielzahl von „Freunden“ finden,
  • uns gegen die Risiken des Lebens versicher usw.

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