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Besonderes

Wir wollen erfolgreich sein, etwas Besonderes schaffen, andere übertreffen und hervorstechen: im Guten und/oder – wenn´s sonst nicht geht – im Negativen. Es scheint uns (über)lebensnotwendig.

Das natürliche Gesetz des Lebens lässt uns handeln. Das ganze Universum handelt, ist in Bewegung und tendiert in eine bestimmte Richtung, auch wenn wir nicht genau sagen können, in welche. Daher darf uns die Notwendigkeit zu handeln nicht erstauen, da der Mensch ja in die universalen Gesetzte eingebunden ist.

Genauso natürlich ist es, dass jede Handlung auch ein Ergebnis nach sich zeiht. Heute betrachtet man jede Handlung und in ihre Ergebnisse aus dem Blickwinkel des schnellen Erfolgs. Man will etwas Besonderes sein und es ist wichtiger, sich von den anderen abzuheben, als seine Dinge gut zu machen. Es genügt der Anschein, dass man sie gut gemacht hat.

Bei diesem unaufhaltsamen Wettlauf des gegenseitigen Übertrumpfens begegnen uns verschiedene Handlungsstrategien:

  • Die einen strengen sich persönlich an und suchen innerhalb ihres Bereiches nach geeigneten Mitteln, um hervorzustechen.
  • Andere scheuen keine Mittel, um einen ersehnten, sichtbaren Erfolg zu erreichen.
  • Und schließlich gibt es jene, die alle anderen schlecht machen, um selbst größer zu erscheinen.

Besonderes

Im Großen und Ganzen sind die erreichten Ergebnisse, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ziemlich traurig. Dieses krampfhafte Übertrumpfen-Wollen schafft in den meisten Fällen unzufriedene, wenn nicht gar traumatisierte und neurotische Menschen. Sie werden deprimiert, neidisch, aggressiv oder eingebildet, grausam und erbarmungslos, ohne die Emporkömmlinge und Opportunisten und Hunderte andere Beispiele aufzuzählen.

Es stellt sich die Frage: Wohin führt dieser Weg und welschen Sinn hat er? Sowohl die Geschichte als auch persönliche Erfahrungen zeigen uns, dass all diese Erfolge vergänglich sind. Was heute wertvoll ist, wird morgen gebrandmarkt. Was gestern Grund zur Todesstrafe war, ist heute prestigeträchtige Werbung.

Wen übertrumpfen und wofür?

Diese Frage ließ mich den Wunsch, etwas Besonderes zu sein, als einen natürlichen Impuls der Seele verstehen. Es ist eine Eigenschaft des Mensche, ständig nach Mehr und Besserem zu streben.

  • Aber Herausragen bedeutet grundsätzlich „Wachsen“ – wirkliches Wachsen und nicht auf Stelzen gehen.
  • Es bedeutet, sich innerlich nach dem Höchsten und Schönsten zu strecken.
  • Und es bedeutet, Respekt vor sich selbst zu haben, sich selbst wertzuschätzen und mit dem eigenen Bewusstsein im Einklang zu sein.

Besonderes

Es gibt Möglichkeiten herauszuragen, die heute beinahe vergessen zu sein scheinen, wie zum Beispiel:

  • Sich selbst kennenlernen, um seine negativen Aspekte besser beherrschen und die positiven potenzieren zu können.
  • Ohne falsche Scham sich auf das Beispiel derer stützen, die sich für das Gute, das Schöne und das Gerechte eingesetzt haben.
  • Von den Zwängen der Mode oder den psychologischen und pseudorationalen Wahnvorstellungen der heutigen Zeit sich abwenden.
  • Täglich am eigenen inneren Wachstum arbeiten.

Man sollte nicht nur für einen Moment etwas Besonderes sein, denn das führt genauso zur Verzweiflung wie das Nichterreichen von Statussymbolen. Dagegen lohnt es sich, ernsthaft und kontinuierlich an einem soliden, stabilen und ständigen inneren Wachstum zu arbeiten, das immer nach dem Größten und Besten strebt.

Dass die Notwendigkeit besteht und dass es einen Sinn hat, „besonders sein zu wollen“, ist klar. Doch der Sinn dahinter und die Mittel, dies zu erreichen, müssen von uns ernsthaft hinterfragt werden.

About The Author

Ist derzeit internationale Präsidentin der internationalen Organisation Neue Akropolis für Philosophie, Kultur und Volontariat. Sie graduierte am Nationalen Musikkonservatorium in Buenos Aires in Klavier und Komposition sowie in Philosophie und absolvierte zusätzliche Ausbildungen für Naturwissenschaften, Publizistik und Journalismus. Sie hat zahlreichen Artikeln in Zeitschriften und Zeitungen zu Themen der Philosophie, Musik, Geschichte und Kultur im Allgemeinen veröffentlicht und mehr als dreißig Bücher und Handbücher über Praktische Philosophie, Psychologie, Alte Zivilisationen, Astrologie, usw. verfasst. Als Pianistin und Schriftstellerin ist sie außerdem Chefredakteurin des spanischen Kultur- und Philosophiemagazins „Esfinge“ (zu dt. „Sphinx“). Seit vielen Jahren ist sie als Dozentin für Symbologie, Psychologie, Geschichte der Religionen, Ästhetik, Metaphysik, Anthropologie, usw. tätig. Als Anerkennung ihrer Arbeit als Direktorin von Neue Akropolis wurde sie 1980 mit der Silbermedaille für Kunst, Wissenschaft und Literatur von der Academic Society for Education and Encouragement, akkreditiert durch die Académie Française, ausgezeichnet.

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