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Kidults
Kidults ist eine Zusammensetzung aus „kid“ (engl. für „Kind“) und „adult“ (engl. für „Erwachsener“)
  • iPad, iPod, iPhone – hätten Sie auch gerne eines, oder haben Sie es schon?
  • Lässt jeder Schlussverkauf, oder wie es modern heißt, „Sale“, den Adrenalinspiegel steigen und überlegen, ob man nicht doch noch etwas „braucht“?
  • Bewirkt die neueste Modefarbe, dass man plötzlich „nichts mehr zum Anziehen“ hat?
  • Löst das neueste Handymodell, die neueste Generation von hauchdünnen Laptops oder die neueste Software ein gewisses Kribbeln aus?
Die globalen Konzerne von heute machen Riesengewinne mit Produkten, die ständig äußerlich erneuert und verändert werden. Aber in ihrer Essenz bleiben sie gleich. Den Menschen wird suggeriert, dass sie das unbedingt haben müssen, um „dazuzugehören“. Sale

Aber – brauchen wir das alles eigentlich?

Warum wollen wir es haben? Man kann sich heute kaum noch vorstellen, dass es jemals ein Leben vor Handys, Computern, Autos und dergleichen gab. Es mutet seltsam an, dass es Kleider gab, die man jahrelang tragen konnte, ohne deswegen aus der Mode zu sein. Dass es einmal Handwerker gab, die tatsächlich noch Dinge reparierten ohne sie gleich wegzuwerfen, da sie sowieso nicht mehr zeitgemäß sind. Die Welt des Konsums dreht sich immer schneller, und Produkte die heute modern sind, sind morgen bereits antiquiert. Und wer will schon seinen alten Fernseher reparieren lassen, wenn es doch Flatscreen-HDTV-Fernseher gibt?

Alles ist sofort „leistbar“ – auch wenn man es sich eigentlich gar nicht leisten kann.

Produkte sind beliebig geworden. Überziehungsrahmen, leichter Zugang zu Krediten und Kreditkarten bewirken, dass alles sofort „leistbar“ ist. Auch wenn man es sich eigentlich gar nicht leisten kann. Außerdem suggerieren Produkte, die sich ständig im Design, aber nicht im Inhalt verändern, einen ständigen Bedarf. Aber die Vielfalt der Auswahlmöglichkeiten ist nur eine Illusion, ein „Zusatznutzen“. Denn letztlich sind es nur wenige Firmen, die die vielen Produkte herstellen und sie einfach anders „branden“, wie der Fachausdruck für die „Bemarkung“ ist. Dazu braucht man nur nachzusehen, welche Marken etwa zu Kraft Food, Nestlé oder VW gehören. Marketing, Kidults

Die Werbung bezeichnet die so agierenden Menschen als  Kidults.

Es fällt immer leichter, Geld für Dinge auszugeben, die man eigentlich gar nicht braucht. Dinge, die man aber aus einem reflexartigen Instinkt heraus haben will, weil sie einem gefallen oder weil man „dazugehören“ will. Eine solche Wunsch-Mechanik lässt sich immer rechtfertigen und mit guten Gründen untermauern. Dieses instinkthafte Verhalten hat einen Namen: Die Werbung bezeichnet die so agierenden Menschen als „Kidults“. Dieses Wort „Kidults“ ist eine Zusammensetzung aus „kid“ (engl. für „Kind“) und „adult“ (engl. für „Erwachsener“). Sie bezeichnet einen Konsumenten, der zwar äußerlich erwachsen ist, innerlich aber aus einem kindlichen „Haben-Wollen“ heraus ohne Überlegung alles kauft was ihm gefällt. Die Konsequenzen (Verschuldung, Zerstörung der Umwelt usw.) sind ihm in diesem Zustand vollkommen egal.

Menschen werden infantilisiert.

Der amerikanische Gesellschaftskritiker Benjamin Barber spricht in diesem Zusammenhang von einem Konsumkapitalismus, dessen Ziel es ist die Menschen zu infantilisieren. Das bedeutet, dass Werte wie Verantwortung, Vernunft und Verlässlichkeit von Spontaneität, kurzfristigen Bedürfnisbefriedigung, Narzissmus und Egoismus abgelöst werden.
„So wie der sich ab dem 17. Jahrhundert entwickelnde Industriekapitalismus protestantische Werte und Normen brauchte um zur Blüte zu gelangen, so nährt sich Barber zufolge der Konsumkapitalismus von diesem neuen, von kindlicher Bedenken- und Verantwortungslosigkeit geprägten Ethos“.
Und dieser Trend ist in den letzten zehn Jahren immer ausgeprägter geworden. Kidult

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