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Platon, Leuchtturm

Aufgaben des Staates und der Regierung

Ein Staat kann sich gesund entwickeln oder im Laufe der Zeit jedoch auch von verhängnisvollen Entwicklungen wie Machtkämpfen, Kriegen und aufkommenden Zivilisationsschäden bedroht werden. Um einem Land eine nutzbringende Orientierung zu zeigen, entwarf Platon die Vorstellung eines Idealstaates, die er aber als Utopie bezeichnete.

  • Der ideale Staat hat den Zweck, die Idee des Guten auf der physischen Ebene und in der Gesellschaft zu verwirklichen; er soll die Menschen fördern und ihre Möglichkeiten unterstützen, dem Guten näherzukommen.
  • Somit ist es notwendig, dass die Erfahrensten und Besten in die Regierung berufen werden. Jene, welche über Wissen zur Weiterentwicklung der Bürger verfügen und es weitergeben. Jene, die sich selbst bereits zu einem charakterlich edlen Menschen geformt haben (aristos).

In den Demokratien der heutigen Zeit

wird die Regierung eines Landes aus den Parteien zusammengesetzt, die über die Mehrheit nach einer Wahl verfügen. Es ist nicht garantiert, dass die Besten auf einem bestimmten Fachgebiet in ein entsprechendes Regierungsamt berufen werden.

Erhebliche Mittel und Anstrengungen werden für materielle und wirtschaftliche Angelegenheiten eingesetzt. Andererseits sind Regierungsprogramme oft einseitig, ja sogar orientierungslos, wenn Vorgehensweisen und Mittel für eine ausreichende Ausbildung der Bürger in Ethik, Tugenden und Charakterbildung fehlen.

Viele unerwünschte Auswirkungen wie z. B. Ungerechtigkeiten, Machtmissbrauch, Fehler durch schlechte Zusammenarbeit, … bis zur Wirtschaftskriminalität lassen sich vermindern, wenn die Ursache – das Fehlen einer tugendhaften Einstellung bei den Bürgern und ebenso Politikern – bearbeitet wird.

Platon, Staat

  • Platon forderte, dass der Staat dafür Sorge zu tragen hat, dass das menschliche Niveau im Land gehoben wird, und nicht allein der wirtschaftliche Erfolg, die Macht oder der Reichtum als Ziele im Vordergrund stehen dürfen.
  • Werte wie Korrektheit, Ehrlichkeit, Tüchtigkeit, Objektivität werden bei den Verantwortlichen in der Regierung als selbstverständlich angesehen und ständig eingefordert.

Fehlen diese Werte, so ist es nur eine Frage der Zeit, dass Fehlverhalten um sich greift und in Zeitungen Meldungen sich häufen wie z. B. „… steht im Verdacht der persönlichen Bereicherung – schiefe Optik – parlamentarischer Untersuchungsausschuss – missbräuchliche Verwendung von Steuergeldern – hat dem Ansehen der Politik schwer geschadet – es gilt die Unschuldsvermutung – …“ Es entsteht langsam die Tendenz, dass Menschen in ihrem Verhalten bis an die Grenzen gehen und kein Unrechtsbewusstsein oder Schuldbewusstsein beim Schädigen haben, solange sie nicht verurteilt werden (Politiker, Priester…).

Wenn natürliches Rechtsempfinden, Rücksichtnahme und Anständigkeit nicht als Grundanforderung des Menschseins hochgehalten werden, müssen im Gegenzug immer mehr und detailliertere gesetzliche Regelungen geschaffen werden. Der Justizaufwand nimmt enorm zu.

Zusammengefasst: Sehr vieles würde leichter und besser zwischen den Menschen im Land funktionieren, wenn die Festigung und Ausübung von Tugenden auch von der Regierung her gefördert würde.

Auf den Punkt gebracht …

Die Krise unserer heutigen Zeit mit ihren vielfachen Herausforderungen in den verschiedensten Lebensbereichen scheint im Äußeren unlösbar zu sein.

Wenn man aber – der Lehre Platons folgend – am einzelnen Menschen ansetzt, die Vernunft, nicht als intellektuelle, sondern menschlich moralische Qualität, fördert, um zu mehr Solidarität und Verantwortung zu kommen, könnte vieles ins Positive geführt werden.
Diese Methode ist sicher ein langsamer, mühevoller Weg, der von allen Menschen Anstrengung verlangt. Wie viel angenehmer ist es, nach einem neuen Gesetz, einem neuen System oder dem großen Retter zu rufen, der alle Missstände beseitigt.

Aber Platon war überzeugt davon:

Wenn nicht die Philosophen Könige werden in den Staaten, oder die heute regierenden Könige und Herrscher nicht ehrlich und gründlich zu philosophieren lernen, wenn nicht das Eine mit dem Anderen – politische Macht und Philosophie – eins wird, dann ist, wie ich meine, kein Ende des Unheils abzusehen: für die Staaten nicht und auch nicht für das Menschengeschlecht.
(Platon, Staat, 474b)

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