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Camp
Seit vielen Jahren findet jährlich unser philosophisches Sommer- Camp im Seminarhaus Camelot im Altmühltal statt. Für mich ist das ein Highlight im Jahr: Fünf Tage lang mit vielen verschiedenen an praktischer Philosophie interessierten Menschen aus ganz Deutschland, England, Schweiz, Österreich (…) zusammen leben, lernen, arbeiten, singen und feiern. Auch dieses Jahr waren wir wieder über 70 Leute und viele Kinder, von zweieinhalb bis 75 Jahre. Das Motto vom Camp lautet: „Gesundheit für Körper, Geist und Seele“. Die Workshops waren sehr vielfältig und für alle Ebenen des Seins war etwas dabei: zum Beispiel
  • Massage und Shiatsu für Entspannung des Körpers,
  • modellieren mit Ton für alle an Kunst interessierte,
  • Improtheater für die Entdeckung neuer Facetten in sich und
  • philosophische Inspiration von den Lehren des Sokrates oder Ghandi.
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Es gab im Camp auch
  • sportlich-aktiven Workshop über Kampfkunst sowie
  • eine Wanderung zu Kraftorten in der Natur. Außerdem eine
  • Besichtigung eines Bauernhofes, der nachhaltig wirtschaftet, Tiere züchtet und mittels einer Biogasanlage Strom und Wärme produziert.
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Unser Tag begann morgens mit Qigong oder Sport draußen in der Natur. Philosophische Zitaten zum Thema Gesundheit inspirierten und begleiteten uns täglich, zum Beispiel:
Die Natur ist die beste Apotheke. (Pfarrer Sebastian Kneipp)
Wir tauschten uns aus, was die Botschaft dieses Zitates ist. Dass wir in der Natur viele Heilmittel in Form von Kräutern finden. Oder dass wir Menschen auch ein Teil der Natur sind. Dass wir in der Natur lesen können, weil alles zyklisch geschieht: die Jahreszeiten mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter, die wir auch auf unser Leben in Form von Wachstumsphasen, Hochphasen und Rückzugs- oder Krisenzeiten übertragen können.

Ein bisschen Kranksein ist manchmal ganz gesund. (Rudolf Virchow, deutscher Arzt und Wissenschaftler)
Eine Idee dazu war, dass Krankheiten unser Immunsystem stärken, was wir sehr schön an Kindern beobachten können. Sie machen nach einer überstandenen Krankheit oft einen Entwicklungssprung. Oder dass es manchmal gut ist langsamer und weniger zu machen, wenn wir einen leichten Infekt spüren. Eine Idee war, dass es gesund ist, ein bisschen ver-rückt zu leben und nicht alles mitzumachen, was die Gesellschaft, unser Chef oder unsere Familie von uns erwartet. Ich habe den Workshop „Philosophisch argumentieren lernen“ bei Heribert Holzinger und Walter Krejci besucht. Mir hat die Idee sehr gut gefallen, dass wir alle eine ideale Vorstellung von uns haben. Um dieser Vorstellung näher zu kommen, können wir uns fragen:

„Wie sollte ein guter Freund sein?“

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können wir alle beantworten. Sokrates sagt, dass wir wirklich so werden können. Dass wir uns durch Übung und Reflexion in den besten Freund verwandeln können, den wir gerne hätten. Eine weitere Lehre bekamen wir von Hegel:
Das Wahre ist das Ganze.
Der Widerspruch ist ein Anzeichen des Wahren und nicht des Falschen. Wir haben dann viele praktische Übungen dazu gemacht. Zum Beispiel haben sich vier Personen zusammen an einen Tisch gesetzt. Ein Thema war:

„Sollen wir uns angesichts des Klimawandels alle sofort nur noch vegetarisch ernähren: ja oder nein?“

Zwei Personen haben für „Ja“ Argumente gesammelt und zwei Personen für „nein“. Und dann ging der Dialog zu viert los. Ich fand es so spannend zu erleben, wie die vier nach einiger Zeit auf eine andere Ebene gekommen sind: dass es um
  • eine Bewusstseinsveränderung jedes einzelnen geht,
  • möglichst ganz auf Flugzeugreisen, Autofahrten, Fleisch aus Massentierhaltung und Egoismus zu verzichten und
  • mehr an die Zukunft unserer Kinder, unseres Planeten Erde zu denken und
  • wirklich konkret etwas zu tun.

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Neben den Workshops haben wir in verschiedenen Teams mittags und abends leckeres Essen für alle gezaubert. Abends saßen viele mit ihren Gitarren am Lagerfeuer und wir haben gesungen, getanzt und viel Spaß gehabt. An einem regnerischen Abend haben wir mehrere Runden Werwolf gespielt. Es war sehr spannend, viele Menschen beim Spiel näher kennenzulernen. Wie schon Platon sagte:
Beim Spiel kann man einen Menschen in einer Stunde besser kennenlernen als im Gespräch in einem Jahr.
Mein Herz ist noch ganz erfüllt von diesen wunderbaren Camp – Tagen und ich freue mich, das was ich über mich gelernt und erkannt habe jetzt im Alltag zu üben.

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