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Pythagoras

„Was ist das Weiseste? Die Zahl.“

„Was ist das Weiseste unter den menschlichen Dingen? Die Heilkunst!“
(aus: Die Goldenen Verse des Pythagoras)

„Niemand ist frei, der sich nicht selbst beherrscht.“
(aus: Berühmte Männer des antiken Griechenlands)

Wer war dieser Pythagoras?

Pythagoras

Ein Mathematiker, Astronom, Musiker oder Philosoph? Sowohl Pythagoras als auch seine Schüler waren für ihre Weisheit und ihr unbestechliches ethisches Verhalten bekannt. Männer des Staates holten sich Rat bei ihm. Pythagoras lebte im 6. Jahrhundert v. Chr., in einer Zeit, in der auch Buddha, Laotse, Konfuzius und Zarathustra der Menschheit bis heute weitreichende geistige Impulse gegeben haben. Karl Jaspers nannte diese Zeit „Achsenzeit der Weltgeschichte“. Kann Pythagoras uns Menschen des 21. Jahrhunderts auch etwas sagen?

Sein Leben

Pythagoras wurde 580 v. Chr. auf der griechischen Insel Samos geboren. Nach einigen Überlieferungen soll er 20 Jahre in den Tempeln von Ägypten die „Heiligen Wissenschaften“, unter anderem die Heilige Mathematik, studiert haben. Als die Perser in Ägypten einfielen, soll er in Gefangenschaft geraten und nach Babylon gekommen sein, wo er weitere 12 Jahre Kontakt zu den persischen Magiern und chaldäischen Gelehrten hatte.

Pythagoras

Der „Lehrsatz des Pythagoras“ (a² + b² = c²) stammt sicherlich nicht von ihm, sondern war schon den Babyloniern bekannt. Sein Beiname Yavancharya – der ionische Meister – deutet daraufhin, dass er entweder selbst in Indien war oder zumindest in Indien bekannt war. Unbestritten ist seine Rolle als Vermittler ägyptischen und orientalischen Wissens. Als er nach Samos zurückkehrte, regierte dort der Tyrann Polykrates. Pythagoras verließ die Insel, besuchte unter anderem das Heiligtum in Delphi und gründete schließlich in Süditalien in der Stadt Krotona die pythagoreische Schule. Die strengen Regeln in der Schule und politische Interessen führten zur Zerstörung der Schule, wo ein Großteil seiner Schüler und in manchen Versionen auch Pythagoras selbst umkamen.

Die Pythagoreische Schule

Pythagoras

Was war nun das Besondere an dieser pythagoreischen Schule, welche ein Vorbild für die platonische Schule und somit für alle idealistischen Schulen des Abendlandes war?

  • Diese Schule war eher eine Mischung aus Universität und geistlichem Orden. Ihre Mitglieder, d.h. der innere Kreis, bildeten eine enge Gemeinschaft, folgten einer disziplinierten Lebensweise und verpflichteten sich zur Treue untereinander.
  • Pythagoras war sehr vorsichtig in der Aufnahme von Anwärtern. Menschen, die in diese Gemeinschaft eintreten wollten, mussten eine Zeit der Prüfung mit physischen, moralischen und intellektuellen Proben bestehen. Es folgte ein fünfjähriges Studium, in dem sie nur Hörer des Unterrichts waren. Sie waren der Regel des Schweigens unterworfen, daher nannte man sie Akusmatiker, die Hörenden. Sie erhielten ihre Unterweisungen, um dann lange über sie zu meditieren. Dadurch wollte Pythagoras in seinen Schülern die Intuition entwickeln.
  • Die Schule nahm auch Frauen auf, was damals in Griechenland außergewöhnlich war. Diese in Philosophie gebildeten „pythagoreischen Frauen“ galten in der Antike als die am höchsten gebildeten Frauen, die Griechenland je hervorbrachte.

Pythagoras

  • Es wird berichtet, dass seine Schüler den Tag mit mystischen Gesängen und religiösen Praktiken begannen und beendeten. Sie machten Aufzeichnungen über ihre täglichen Aktivitäten und am Ende des Tages überprüfte jeder, ob er seine Vorsätze erfüllt hatte. Ihre Morgenspaziergänge machten die Pythagoreer alleine. Sie gingen an Orte, an denen Einsamkeit und Stille herrschte, wo Heiligtümer und Haine waren, schrieb Aristoxenes von Tarent.
  • Dieses „Innehalten bei der Arbeit“ oder „Muße“ kennzeichnete die pythagoreische Schule. Man verstand darunter jene freie Zeit, die man dem Geist und der Selbsterkenntnis widmete. In den „Goldenen Versen“ stehen die drei Rechenschaften, die sich jeder am Abend gab:

„Habe ich Unrecht getan? Was habe ich mit Liebe erfüllt? Was habe ich versäumt?“

(Man nimmt heute an, dass „Die Goldenen Verse“ eine Zusammenstellung aus den „Goldenen Sprüchen“ des Pythagoras sind, die nur bruchstückhaft erhalten sind. Sein Schüler, Lysis, soll nach dem Tod von Pythagoras den Kanon der „Goldenen Verse“ zusammengestellt haben, um die Essenzen der Lehre zu bewahren. Für die Leser sollte es genügen, zu wissen, dass die „Goldenen Verse“ ein Text ist, der auf Pythagoras zurückgeht und die Lebensregeln der Pythagoreer beinhaltet)

Pythagoras

  • Die Ethik nahm bei den Pythagoreern eine zentrale Stellung ein, als Weg zur Harmonisierung der Seele mit dem kosmischen Gesetz, wobei die Philosophie und die Wissenschaft sich gegenseitig ergänzten. Eine der Maximen von Pythagoras war:

„Halte Maß!“

Maßhalten im Leiden, sich nicht mehr aufbürden, als recht und billig. Maßhalten im Essen und Trinken, in den Übungen des Körpers und des Geistes.

  • Die Lehre von der Freundschaft besagt, dass alle Dinge und Wesen in einem gemeinsamen Gesetz, einer „Freundschaft“, verbunden sind (siehe dazu auch „Die Goldenen Verse“). Jamblichos schrieb darüber:

„In herrlicher Klarheit lehrte Pythagoras die Freundschaft mit allen … durch Gerechtigkeit, durch das Bewusstsein der natürlichen Verflochtenheit und Solidarität …“

Der Philosophiehistoriker Diogenes Laertios schrieb im 3. Jh. n. Chr.:

„Den gegenseitigen Umgang muss man so gestalten, dass man sich die Freunde nicht zu Feinden, dagegen die Feinde zu Freunden mache.“

  • Die pythagoreische Schule stellte ein wahres Lebensmodell dar, das die Pythagoreer selbst „genügsames Leben“ nannten – ein Leben, das sich selbst genügt. Dieses genügsame Leben fand man durch die Disziplin der Kontemplation, indem man sich selbst beobachtete, analysierte, selbstkritisch war und von sich selbst eine ständige Vervollkommnung verlangte. Und zwar so lange, bis man alle latenten Fähigkeiten, die der Mensch in sich trägt, erkannte.

„Nicht ohne Licht reden, nicht ohne Licht wirken!“

ist eines der Akusmata (Aussprüche) von Pythagoras.

Die Lehre von Pythagoras

Pythagoras

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