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Einsamkeit
An einem Tag in einem Jahr –
Mag sein, dass es ein Montag war
(Das Wetter war entweder warm oder kalt):
Da lief ein Mann durch einen Wald.
Er hatte zwei Beine und ein Gesicht.
Sein Haar war braun, vielleicht auch nicht.
Sein Gang war langsam oder geschwind.
Vielleicht pfiff durch die Bäume der Wind?
Ein Mann allein in freier Natur,
Von Menschenseelen keine Spur.
Egal, was er tat, egal, wie er war:
Es zu bemerken war keiner da.
Wer weiß schon, dachte der Mann bei sich,
Was ich hier mache – oder auch nicht.
Welche Verrücktheit ich mir überlege?
Welch dumme Gedanken ich in mir hege?
Also sah er sich um, die Luft war rein,
Und hüpfte nun weiter auf einem Bein.
Er hüpfte fest, die Vögel sangen,
Vor Freude bekam er ganz rote Wangen.
So mächtig, so frei, von keinem gesehn:
Warum sollte er je wieder ganz normal gehn?
Für immer wollte er dieses Recht genießen!
Freiheit gefeiert mit springenden Füßen!

Er hüpfte jauchzend und laut um die Ecke.
Doch halt, was war das, da hinter der Hecke?
Wer ist da? Wer wagt es? Er möge sich zeigen!
Sind das etwa Augen, da zwischen den Zweigen?
Und tatsächlich man glaube es oder auch nicht,
erschien zwischen den Ästen ein Menschengesicht:
Mehr wie ein Käfer, nicht wie ein Mann,
näherte der Zweite sich an.
Nicht ohne sich offensichtlich zu genieren,
krabbelte der Fremde auf allen Vieren.
Er blickte begossen zu dem Einbeinigen auf,
Und dieser noch schnaufend auf den anderen drauf.
Sie sahen sich an, der eine hüpfend,
der andere sich auf Hände und Füße stützend.
Zwei Blicke, die kurz aufeinander verweilen.
Zwei Männer, die nun ein Geheimnis teilen.
Eine Minute, die sehr langsam vergeht,
Bis erst der eine und dann der andre sich dreht.
Hüpfend und krabbelnd, allein und zu zweit,
floh’n sie zurück in die Waldeinsamkeit.

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