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Inspiration

Diese Frage stellt sich im Angesicht der großen Meisterwerke, der genialen Schöpfungen und Werke großer Künstler. Wurden diese Menschen von besonderen Kräften gelenkt, die offensichtlich stärker waren als sie selbst? War es eine Art „magischer Funke“, der sie inspirierte? Welchen außergewöhnlichen Strömungen konnten sie folgen?

Diese Frage beschäftigt uns auch ganz persönlich in jenen Momenten, in denen wir das Beste unserer Gedanken und Gefühle ausdrücken wollen, ohne zu wissen wie; wenn wir uns innerlich leer fühlen wie ein Sack aus Haut und Knochen, ohne jegliche Lebensenergie.

Dann erinnern uns an die großen Künstler und Erfinder, die Kontakt zur Inspiration hatten und ihr Geheimnis berührten. Gibt es überhaupt eine Brücke, eine Verbindung zwischen den Menschen und der Welt der Ideen, die wir Inspiration nennen? Vielleicht gibt es sogar mehr als nur einen einzige Brücke, eine einzige Verbindung wischen uns und jener Welt. Wenn es nur eine Brücke gäbe, dann wäre der Weg für alle der gleiche und daher übertragbar.

Möglicherweise muss jeder Mensch seine eigene Fähigkeiten weiterentwickeln, und nur darin wurzelt das Mysterium des Erwachens der Inspiration.

Außerdem befürchte ich, dass dabei der für uns so typische rationale Verstand keinen Platz hat. Die Erfahrung zeigt: Je mehr wir uns auf den Verstand, die Ratio, stützen, desto weiter entfernen wir uns von der Inspiration.

Inspiration

Laut den alten Weisheitslehren besteht das Geheimnis darin, sich – bildlich gesprochen – in hohle Schilfrohre zu verwandeln und zuzulassen, dass die Inspiration durch sie hindurchfließt. Und in diesem Moment beginnt das Wunder: Wir selbst sind weiterhin hohl und leer, und eine Unmenge Bilder strömt durch uns und zwingt uns, sie unmittelbar in die Tat umzusetzen.

Was in diesem Moment nicht gemalt, geschrieben, ausgearbeitet oder gesagt wird, geht verloren.

Es handelt sich dabei genau genommen nicht um unsere Werke: Irgendjemand oder irgendetwas gibt sie uns ein und wir versuchen, sie einzufangen und zu übermitteln. Es ist ein Augenblick der Ekstase, des Kontaktes mit einer anderen Welt: in allen Aspekten subtiler, schöner und perfekter. Es ist, als ob man eine Antenne von großer Sensibilität besitzen würde, deren Funktion und Handhabung man jedoch nicht kennt. Man kann sie allerdings nur benutzen, wenn sie in Betrieb ist.

Es gibt verschiedene Beschreibungen, die uns einen möglichen Schlüssel zum Verständnis der Inspiration geben können. Aber wenn es einen Einklang zwischen unseren persönlichen Schwingungen und der Welt der Ideen gibt, so wird der Kontakt immer durch einen starken Wunsch hergestellt.

Es liegt daher an uns, diese Verbindung aufzubauen und aufrechtzuerhalten, je nachdem, wie viel Gutes und Schönes wir erfassen und übertragen wollen. Es liegt an uns, die Tür zur Inspiration zu öffnen.

Inspiration

Und wenn wir wieder fragen: „Was ist Inspiration?“, so werden wir wahrscheinlich wieder keine Antwort darauf finden.

Aber wir haben dafür das außergewöhnliche und wunderbare Gefühl, von einer großartigen Kraft erfass worden zu sein, die ihren Ursprung außerhalb von Raum und Zeit hat und aus der ewigen Quelle stammt, aus der zu trinken wir alle einmal geträumt haben.

About The Author

Ist derzeit internationale Präsidentin der internationalen Organisation Neue Akropolis für Philosophie, Kultur und Volontariat. Sie graduierte am Nationalen Musikkonservatorium in Buenos Aires in Klavier und Komposition sowie in Philosophie und absolvierte zusätzliche Ausbildungen für Naturwissenschaften, Publizistik und Journalismus. Sie hat zahlreichen Artikeln in Zeitschriften und Zeitungen zu Themen der Philosophie, Musik, Geschichte und Kultur im Allgemeinen veröffentlicht und mehr als dreißig Bücher und Handbücher über Praktische Philosophie, Psychologie, Alte Zivilisationen, Astrologie, usw. verfasst. Als Pianistin und Schriftstellerin ist sie außerdem Chefredakteurin des spanischen Kultur- und Philosophiemagazins „Esfinge“ (zu dt. „Sphinx“). Seit vielen Jahren ist sie als Dozentin für Symbologie, Psychologie, Geschichte der Religionen, Ästhetik, Metaphysik, Anthropologie, usw. tätig. Als Anerkennung ihrer Arbeit als Direktorin von Neue Akropolis wurde sie 1980 mit der Silbermedaille für Kunst, Wissenschaft und Literatur von der Academic Society for Education and Encouragement, akkreditiert durch die Académie Française, ausgezeichnet.

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