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Warum

„Warum ist der Himmel blau?“ lautet eine der unzähligen Warum-Fragen unserer Kinder. Und mit „Weil es so ist!“ oder „Stell nicht so dumme Fragen!“ tarnen wir unsere eigene Unwissenheit und gewöhnen unserem Nachwuchs frühzeitig das Fragen ab. Doch die Fragen nach dem Warum leben in uns weiter, denn der Mensch ist von Natur aus ein philo-sophos, ein Liebender und damit Suchender der Weisheit.

Dieser Artikel soll sich mit einigen großen Fragen der Menschheit beschäftigen, nicht in Form einer Zitatensammlung diverser Religionen und Philosophen, sondern aus einer 20-jährigen Praxis der Philosophie im klassischen Sinn.

Philosophie im klassischen Sinn ist kein Verharren in der klassischen Philosophie, sondern eine Art des Philosophierens, bei der nicht hochtrabende und durch Unverständlichkeit als intelligent ausgewiesene Worthülsen im Mittelpunkt stehen, sondern ein authentischer Versuch, das zu leben, was man erkannt hat.

Erst die Umsetzung verwandelt Wissen in Weisheit.

Sokrates war ein Weiser, weil er seine Erkenntnisse über die Wichtigkeit eines tugendhaften Lebens nicht nur in seinen Dialogen, sondern vor allem in seinem Leben beispielhaft verkörpert hat. Auch Diogenes war ein Weiser, denn er hat nicht von der Kraft der Anspruchslosigkeit in einem Fass philosophiert und sich dann in einer Sänfte in eine Villa tragen lassen, sondern hat mit seinem Beispiel selbst Alexander den Großen zum Ausruf

Wär‘ ich nicht Alexander, möcht‘ ich Diogenes sein!

Alexander der Große

hingerissen.

Beim klassischen Philosophen sind Denken, Reden und Handeln eins. Philosophie im klassischen Sinn ist demnach, das zu sagen, was man denkt, und das zu tun, wovon man spricht. Die Philosophie im klassischen Sinn hat den seiner selbst bewussten, authentischen Menschen als Ziel.

Der Philosoph im klassischen Sinn

  • ist kein Lebensverweigerer, der in einem stillen Kämmerlein Wissen in sich hineinfrisst. Vielmehr stürzt er sich mit seinen Erkenntnissen und Überlegungen in das Leben, um Wissen in Erfahrung und damit in Weisheit zu verwandeln.
  • lehrt in erster Linie durch sein Beispiel.
  • begreift sich als einen Suchenden, der mehr und mehr zum sokratischen „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ gelangt und nicht seine philosophische Unruhe in pseudowissenschaftlichen Hypothesen erstickt.
  • Somit lebt er mehr von den Fragen als von den Antworten.

Vom Woher zum Wohin

Warum

Wenn wir einen Menschen neu kennenlernen und auch verstehen wollen, stellen wir automatisch die Frage, woher er kommt: aus welchem Land, aus welcher Familie, mit welchen Ausbildungen und Erfahrungen. Und genauso interessieren uns seine Absichten und Ziele.

Warum wenden wir dies oft zu wenig bei uns selbst an? Bei uns selbst nehmen wir unsere Herkunft als selbstverständlich an. Doch begreifen können wir uns selbst erst, wenn wir uns unser Woher bewusst machen:

  • unsere Heimat mit ihren Sitten und Gebräuchen, mit ihrer kollektiven Charakteristik;
  • unsere Familie mit all ihren Eigenheiten;
  • unsere Erziehung, unser Schulsystem; unsere Erlebnisse und Erfahrungen.

Und um das Mensch-Sein generell zu verstehen, müssen wir uns die Frage nach dem Woher des Menschen stellen.

Dabei soll uns das Prinzip der Entsprechung aus der hermetischen Philosophie helfen. Das „Wie oben so unten“ oder „Wie im Großen so im Kleinen“ entdecken wir sowohl beim Vergleich eines Sonnensystems mit einem Atom als auch in der Widerspiegelung der Selbstsucht höchster Regierungsmitglieder in den einfachsten Bürgern. Genauso lässt sich aus der Entwicklung eines Menschen in einem Leben auch auf die Entwicklung der Menschheit im Allgemeinen schließen.

Die Entwicklung des Menschen

Im Mutterleib baut sich langsam aus der Substanz der Mutter ein Körper auf. In diesem Embryo gibt es noch kein wirklich eigenes menschliches Bewusstsein, sondern er lebt in den Hoffnungen, Ängsten und Gedanken seiner Mutter. Mit der Geburt nimmt die Eigenständigkeit mehr und mehr zu, sodass das eigentliche Selbst-Bewusstsein, das in der Naturphilosophie das Ego genannt wird, sukzessive aus seiner geistigen Dimension herabsteigt (inkarniert).

Woher
  • Zunächst beginnt das Neugeborene seinen Körper mit all seinen Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken. Der Körper mit seinen Energien und dem notwendigen Wachstum steht mehr als ein Lebensjahrzehnt im Zentrum.
  • In der so genannten Pubertät wandert das Bewusstsein auf die emotionale Ebene. Der Heranwachsende befindet sich im Strudel seiner Gefühle und muss mit ihnen umgehen lernen.
  • Ab dem 21. Lebensjahr (nach Platon; vielleicht hatte man früher deshalb die Volljährigkeit mit 21 angesetzt) folgt die Festigung der mentalen Ebene. Das Weltbild formt sich aus.
  • Schließlich, nach einem intensiven Ausleben der mentalen schöpferischen Kräfte, die aber im Allgemeinen sehr stark an die eigenen Wünsche (Karrierevorstellungen etc.) gekoppelt waren, tritt eine verinnerlichtere, spirituellere Phase ein, die jedoch sehr stark vom seelischen Entwicklungsgrad des einzelnen Menschen abhängig ist. Im besten Falle ist das Alter mit Weisheit, mit einem sich eins mit dem Leben und den Menschen zu fühlen, verbunden, das vom Tod im Sinne eines wieder in die All-Einheit-Eintauchens gekrönt wird.

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