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Philo-Slam Traum

Begleitet von „I have a dream!“ kommt oft das Gute in die Welt,
Und das ist es, was uns am Traum so gut gefällt:
Im Traum, da fällt uns alles leicht –
Wir können fliegen, zaubern und sind göttergleich.

Drum lässt sich auch der Traum in unsrer Sprache einwandrei verorten;
„Jugend-„, „Lebens“-, „Menschheitstraum“ – sie alle zählen zu den schönsten unter unsren Worten.
Und so bin ich – genau wie ihr – einer jener tagräumenden Gesellen,
Die versuchen, sich die Zukunft anhand ihrer Träumereien vorzustellen.

Wovon ich träume? Ich träum´von mir als einem bess´ren Menschen:

Philo-Slam Traum

Von einem Ich, das mutig ist, und zwar bei den eig´nen, kleinen, großen Schwierigkeiten,
Statt nur Mut von Anderen zu fordern, in deren fremden, unbekannten Angelegenheiten.
Von einem ich, das endlich mal bescheiden ist,
Und trotz eitlem Stolz sein Gegenüber nicht vergisst.

Von einem Ich, das von Wille, Konsequenz und Disziplin nicht nur g´scheit reden kann,
Sondern sich zugleich sagt: „Ich fang´am besten bei mir selber an.“
Von einem Ich, das die Liebe nicht nur sucht, studiert und hoffentlich auch irgendwann versteht,
Sondern es schafft, dass ein kleines Stück davon in seinem eignen Alltag sichtbar wird und lebt.

Ich träum´von mir als einem bess´ren Menschen. Davon träume ich.

Und was sie dann alle dazu sagen?
Das brauch´ich euch wohl gar nicht fragen:
„Ach, hör´doch mit den Träumereien auf;
Da kommt ja doch nichts dabei raus.“
Aber ich kann und will nicht anders, träum´
vom großen Wurf und von den allergrößten Würfen;
Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Wovon ich träume? Ich träum´von uns als einer bess´ren Menschheit:

Philo-Slam Traum

Von einem Uns, da neu entdeckt, was Solidarität bedeutet,
Und aus eig´nem, freien Entschluss heraus den Pfad der Hilfsbereitschaft neu beschreitet.
Von einem Uns, das wieder anfängt, was zu tun für Frieden und Gewaltfreiheit,
Statt sich zu definieren über Dissens, Rechthaberei und Streit.

Von einem Uns, das endlich lernt, wieso „genug“ doch besser ist als „immer mehr“,
Statt nur Symptome zu kurieren, viel zu spät und auch erst hinterher.
Von einem Uns, das wieder tolerant sein kann und brüderlich,
Und dem das „Wir“ genauso viel bedeutet wie das „Ich“.

Ich träum´von uns als einer bess´ren Menschheit. Davon träume ich.

Und was sie dann alle dazu sagen?
Das brauch´ich euch wohl gar nicht fragen:
„Ach, hör´doch mit den Träumereien auf;
Da kommt ja doch nichts dabei raus.“
Aber ich kann und will nicht anders, träum´
vom großen Wurf und von den allergrößten Würfen;
Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Wovon ich träume? Ich träum´von einer bess´ren Welt:

Philo-Slam, Traum

Von einer Welt, in der die Intelligenz nicht mehr zynisch, korrumpiert und voller Einfalt ist,
Sondern sich wieder am höchsten, wahren, eigentlichen Sinne dieses Wortes misst.
Von einer Welt, nicht mehr regiert von Egoismus, Angst und Doppelzüngigkeit,
Sondern gebaut auf Eintracht, Freiheit und Gerechtigkeit.

Von einer Welt, in der die Weisheit wieder über allen and´ren Gütern steht,
Statt – wie bisher – Macht, Besitz und Popularität.
Von einer Welt, die sich über Empirie und Sinnlichkeit erhebt,
Und sich daran erinnert, dass der Mensch zuerst und eigentlich in höher´n Sphären lebt.

Ich träum´von einer bess´ren Welt. Davon träume ich.

Und was sie dann alle dazu sagen?
Das brauch´ich euch wohl gar nicht fragen:
„Ach, hör´doch mit den Träumereien auf;
Da kommt ja doch nichts dabei raus.“
Aber ich kann und will nicht anders, träum´
vom großen Wurf und von den allergrößten Würfen;
Man wird ja wohl noch träumen dürfen…

Und so frag´ich mich: Warum träume ich?

Weil es ohne Traum nix wird mit bess´rem Ich, bess´rer Menschheit und bess´rer Welt!

Philo-Slam Traum

Und darum träume ich so gut und außerdem soviel ich kann;
Denn alle Dinge fangen mit dem Träumen an.
Ich träume, um mich selbst zu finden,
Und um mich mit dem großen Ganzen zu verbinden.

Ich träume, um mit mir allein zu sein,
Und lass´mich dadurch erst auf and´re Menschen ein.
Denn: wenn ich alleine träum´, dann bleibt´s beim Träumen;
Wenn wir gemeinsam träumen, dann ist´s der Beginn von etwas Neuem.

Und was wir alle dazu sagen?
Ich glaube, das muss ich euch jetzt wirklich fragen:
Bleibt´s beim süßen Schlaf und all den schönen Träumereien?
Soll´s das wirklich schon gewesen sein?

Vielleicht geht´s euch ja wie mir.
Mir scheint das nämlich noch nicht ganz zu passen;
Sehr viel schöner fänd´ich´s, alleine und gemeinsam aufzuwachen,
und ein paar Träume Realität werden zu lassen.

 

Beitrag von Alexander Weigand beim Philo-Slam im Treffpunkt Philosophie in München.
Der nächste Philo-Slam findet am Do., 29.10. in München statt. Das Thema: Ich und die Fremden.
Interessiert? Schaue einfach vorbei!

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1 Comment

  1. Das ist ein toller Text,
    ich habe den Alex an dem Abend live erleben dürfen und habe es sehr genossen.
    Der Philo-Slam ist Spitze und ich freue mich auf viele weitere.

    Liebe Grüße

    Melanie

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