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Wachsam

Was unvermeidlich zu einer recht unangenehmen Frage weiterführt:

Wie viel bekomme ich überhaupt von meinem Leben mit, wo ich doch grundsätzlich alles wegfiltere, was die unreflektierte Bewusstseinsbarriere in meinem Denkorgan nicht zu passieren vermag? Ist das nicht himmeltraurig?

Wir leben (dieses Leben) nur einmal, doch den Löwenanteil unserer Zeit verbringen wir nicht mit diesem Hier und diesem Jetzt, sondern im Da und Dort und Gestern und Morgen.

Noch mal: Dies ist kein Plädoyer dafür, aus jeder „Banalität“ ein Tamtam zu machen. Im Gegenteil!

Doch uns muss klar sein, dass besagter Aufmerksamkeitsfilter erbarmungslos das Bewusstsein, das Erleben und die Dankbarkeit gegenüber dem Fundament unseres alltäglichen Seins wegradiert.

Kein Wunder, dass wir alle schreien, die Zeit fliege uns davon. Wir wollen ja auch nur besonders aufregende Hubschrauber am Horizont betrachten. Dass wir mit einem schönen Fahrrad unterwegs sind, spielt keine Rolle.

Wenn wir jede Kleinigkeit als belanglos abtun, bleibt nun einmal nicht mehr viel übrig. Dabei lehren uns alle Volksweisheiten:

Die kleinen Dinge machen das Leben schön.

Vielleicht wären wir nicht nur eine Spur zufriedener, wenn wir nicht so verzweifelt und undankbar nach dem Großen trachten würden, statt das zu schätzen, was wirklich da ist, sondern auch ein Stück näher am Wesentlichen, an der Natur der Sache, die in allem, gerade im unverfärbt Schlichten liegt.

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1 Comment

  1. Der Text passt in meine gegenwärtige Situation prima rein, dazu gibt er mir etwas Stabilität in meinem Vorhaben. Ein toll geschriebener Artikel Christina, danke dir.

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