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Engel

Engel hausen im Himmel – Sei’s auch mitten im Weltgetümmel

Hāfez

Über die Frage, ob es Engel gibt oder nicht, scheiden sich die Geister. Der Begriff „Engel“ leitet sich vom griechischen Wort „angelos“, das so viel wie „Bote“ bedeutet, ab. Der Engel in seiner Funktion ist ein Vermittler zwischen den Menschen auf der irdischen Welt und dem göttlichen Willen in der geistigen Welt. Dieses Wesen hat eine menschenähnliche Figur, ein menschliches Gesicht und Flügel. Es erscheint groß, hell oder weiß gekleidet, von einem Glanz umgeben, weder jung noch alt, und oft androgyn, also weder weiblich noch männlich. Dieses Bild für Engel ist eng mit einer monotheistischen Religion verbunden. Im Weltbild von Judentum, Christentum und Islam ersetzen die Engel jene Wesen, die beispielsweise in der japanischen Tradition als die Ahnen, in anderen Religionen als Geistwesen oder Gottheiten gedacht werden.

Heerscharen von Engeln und himmlische Hierarchien

Engel

Die jüdische Tradition sieht die Welt als Teil einer großen Ordnung, die über die irdische Dimension hinausgeht. Es gibt mehrere Ebenen, auf denen spezielle Arten von Engeln wirken wie die Cherubim, die Seraphim, die Erzengel und viele andere. Die christliche Tradition hat vieles davon übernommen. Unter anderem Luzifer, den gefallenen Engel, ebenso wie die hierarchische Ordnung von mehreren Himmelssphären, der irdischen Welt und der abgestuften Höllenkreise. Viele Maler und Künstler wurden davon inspiriert.

Die Engel bilden eine Gemeinschaft, die sich die Menschen als Chor oder als ein militärähnlich strukturiertes Heer vorstellt.

Weltgesetz und Schicksal

Über den Engeln steht eine kosmische Kraft, die als „Wille Gottes“ bezeichnet wird. Andere Traditionen nennen diese Kraft „universelles Gesetz“ oder „Dharma“. Jeder Engel hat einen bestimmten Zuständigkeitsbereich und ist für diesen verantwortlich. Somit sind Engel Diener des Göttlichen und helfen, die universellen Gesetze umzusetzen. Sie sind ganz nahe am göttlichen Willen und müssen dafür sorgen, dass sich dieser in der Welt erfüllt. Sie gelten auch als Wächter und Vollstrecker des Schicksals. Erzengel Gabriel beispielsweise verkündet Maria die Geburt Jesu (Lukas-Evangelium). Im Islam ist er derjenige, der Mohammed die Offenbarungen übermittelt. Und es ist ein Cherub, der den Eingang des Paradieses bewacht.

Beruf: Engel?

Im Buddhismus nennt man diese überirdischen Vermittler Bodhisattwa. Andere östliche Lehren sprechen von Dhyan-Chohans als Hüter des Karmas und Helfer der Entwicklung.

Diese Wesen, die wir „Engel“ nennen würden, sind Menschen, die ihre menschliche Evolution abgeschlossen haben.

Sie haben die Stufe des Menschseins überwunden, wobei dies ohne das Prinzip der menschlichen Reinkarnation nicht zu verstehen ist. Im christlichen Volksglauben gibt es die Vorstellung, dass unschuldige Kinder, wenn sie sterben, zu Engeln werden.

Schutzengel und Co.

Engel

Menschen berichten von Engelserscheinungen in Extremsituationen – an einem Endpunkt oder Wendepunkt ihrer Existenz. Psychologisch gedeutet, ist dies die Verheißung von Trost und Schutz. Angenommen, es gibt Wesen, deren Verstand den menschlichen übertrifft, die Zusammenhänge des Weltgeschehens und die uns verborgene Zusammenhänge von universalen Gesetzen erkennen.

Dann handelt es sich um Wesenheiten, die Kenntnis vom Schicksal der Welt und dem Karma der Menschen haben.

Aber nicht nur das, sie haben auch die Aufgabe bei dessen Erfüllung zu helfen. Sie erkennen, welche Schritte unmittelbar als nächstes erfolgen sollten, damit sich das Schicksal der Menschen erfüllt. Wenn eine Abweichung absehbar ist, setzen sie ihre Kraft ein, um die Schritte zu korrigieren. Dann stolpert man z. B. vielleicht, schlägt sich das Knie auf, aber hält sich durch diese Verzögerung dann nicht an jenem Ort auf, wo sich gerade ein schwerer Unfall ereignet. Weil sie innerhalb des Karmas handeln, erscheinen sie auch als Todes- oder Racheengel. Andere Weisheitstraditionen sprechen davon, dass es Engel nicht gibt, sondern dass sie ein Teil des Menschen sind.

Der Mensch habe neben seinem Gehirn und seinem physischen Körper auch einen körperlosen Teil, der durch einen höheren Verstand mit dem Geist Gottes oder dem universellen Gesetz verbunden ist. Dieser Teil kennt das Karma oder Schicksal des Menschen und lenkt aus diesem inneren Wissen, die äußeren Geschicke im Leben. Der (Schutz-)Engel sitzt in uns selbst.

Wandel im Lauf der Zeit

Engel

Heute stehen wir vor einer Fülle unterschiedlicher Formen, denn jede Epoche hat ihre eigenen Engelsbilder hervorgebracht. Engel wurden im frühen Christentum männlich dargestellt, dann androgyn und in der Renaissance oft weiblich. Im Barock widmete man sich der Lust und Lebensfreude. Strenge oder moralisierende Engel wurden abgelöst von den sinnlich verführerischen geflügelten Putten. Diese sind meist nackte, geflügelte Knäblein, die um viele barocke Kirchenaltäre herumschwirren. Ihr Vorbild ist der antike Liebesgott Amor, der die Herzen zu sinnlichen Vergnügungen animiert. In gewissem Sinne ist er dann auch wieder ein Bote eines Gottes und Lenker des Schicksals. Im Alltag begegnen wir dem „gelben Engel“ eines Automobilclubs und dem „blauen Engel“ für umweltfreundliche Konsumartikel. Und jeder kann zum „rettenden Engel“ werden, wenn er oder sie anderen Menschen uneigennützig in einer ausweglosen Situation beisteht.

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