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Artussage

In der Artussage heißt es über Camelot, dass es ein Ort war, an dem sich die großen Denker seiner Zeit versammelten, um über eine bessere Welt zu diskutieren.

Das Seminarhaus von Treffpunkt Philosophie folgt dieser Tradition nicht nur vom Namen her. Jeden Sommer versammeln sich hier Menschen allen Alters oder Geschlechts aus Deutschland, Österreich und darüber hinaus, um ihre Gedanken auszutauschen und für ein paar Tage miteinander zu leben, wie es ihrer Idealvorstellung entspricht. Ein Miteinander von Vielen in gegenseitigem Respekt und mit Verantwortung füreinander.

Der Tag beginnt

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auf Camelot mit dem gemeinsamen Erwecken der Lebensgeister im Freien. Chi Gong nennt sich die Technik, die ursprünglich auf die Meditation buddhistischer Mönche zurückzuführen ist. Mit ihren rhythmischen Bewegungen soll sie den Energiefluss durch Körper und Geist erleichtern, um dann im Artussaal dem aktiven Start in den Tag einen Moment der Ruhe in gemeinsamer Meditation folgen lassen. Ganz der Idee des Gedankenaustausches folgend wird anschließend, noch vor dem Frühstück, über das Tagesmotto diskutiert. Kaum zu glauben, dass zu diesem Zeitpunkt schon produktive Gespräche möglich sein sollen? Tatsächlich funktioniert es jedoch meistens. Vielleicht ist es auch ein bisschen die Vorfreude auf das Essen, die unsere Philosophen zu Höchstleistungen anstachelt.

Man merkt schnell, dass das Frühstück auf Camelot hoch angesehen ist. Ob es nun schlicht das weiche Brot mit Nutella oder die Müslischale mit Joghurt und frischen Früchten ist, keiner verlässt hungrig den Tisch. Und Aufbruchstimmung herrscht mit gefülltem Magen tatsächlich, denn nun beginnt das eigentliche Programm des Tages:

Die Workshops

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In manchen geht es darum, Wissen zu sammeln; andere Workshops bieten die Möglichkeit Sport zu treiben, Musik zu machen oder einfach die Seele baumeln zu lassen. In diesem Jahr reichten die Themen von

  • Quantenphysik, Philosophie in Kinofilmen oder den
  • Sternstunden deutscher Philosophie (Meister Eckehart, Schiller) über
  • philosophische Kampfkunst und Meditation bis hin zu
  • Gedichte-Schreiben,
  • Bodypercussion,
  • Schnitzen,
  • Jodeln,
  • Fußreflexzonenmassage und
  • Volleyball am Seestrand.

Jeden Tag laufen 4 Workshops parallel – und so hat man manchmal die Qual der Wahl. Wer mal keine Lust hat, sich an einem der Workshops zu beteiligen, der legt sich in den Schatten der Apfelbäume. Manche verbringen den Tag am nahe gelegenen See oder im Wald. Auch das offene Berberzelt ist ein beliebter Ort, um sich auf seinen unzähligen Kissen und Decken zu entspannen, draußen im Freien und doch wieder nicht. Am Abend wurden dort die selbst geschriebene Gedichte zum Besten gegeben.

Nachtleben mit Lagerfeuer und Werwölfen

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Auf die Nacht zugehend versammeln sich die Campbewohner um das Lagerfeuer, wo musiziert und gelacht wird. Fast immer schallen die Klänge einer Gitarre in die Nacht hinaus. Häufig wird das Feuer Schauplatz hitziger, bis in die späte Nacht dauernder Diskussionen oder tiefsinniger Gespräche. Vor allem die ersten beiden Abende spielt sich hier der Großteil des Camelot-Nachtlebens ab.

Am dritten Abend kann es schon einmal passieren, dass sich zu später Stunde die Werwölfe in die Burg einschleichen und sich klammheimlich unter die friedlichen Bewohner mischen. Das Werwolf-Spiel auf der Terrasse ist immer eines der Highlights. Hier kann man sehen, wie sich die Philosophen mit Begeisterung und Einsatz auf ihre Rollen stürzen. Schließlich meinte Schiller, dass der Mensch nur da ganz Mensch ist, wo er spielt.

Das Abschlussfest: die Artussage wird lebendig

Der wahre Höhepunkt des Camps ist dann der darauffolgende Abend. Am letzten vollen Tag in Camelot ist zwar noch nichts von dem leicht melancholischen Abschiedsgefühl des folgenden Vormittags zu spüren, dafür liegt eine besondere Spannung in der Luft. Vorfreude. Und mit Recht.

Der Ausklang des Camps beginnt mit einem Ritual mit Rückblicken, Erfahrungen und Danksagungen. Man merkt die feierliche Stimmung schon daran, dass sich doch alle ein wenig mehr Mühe gegeben haben, sich festlich zu kleiden in Aussicht auf das Abschlussfest zu späterer Stunde. Nach dem Essen wird die gesammelte Bilderflut präsentiert. Die Camelot-Bewohner bekommen die Möglichkeit, mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf ihre gemeinsame Zeit zurück zu blicken, ehe einige der Workshops ebenfalls ihre Arbeit in kleinen Präsentationen zeigen.

Überraschung: Nachtwanderung!

Was nun kam war eine Überraschung: die Jugend lud ein zu einer Nachtwanderung in die Dunkelheit der umgebenden Natur. Als einziges Licht blieben Fackeln und die magischen Lichter der Sagengestalten, auf die sie auf ihrem Weg den Waldrand entlang stießen. Die Figuren der Artussage wiesen den Weg oder versuchten, davon ab zu bringen. Das magische Schwert Excalibur wurde aus dem Stein gezogen und ein neuer Artus gekrönt, dessen erste Amtshandlung es war, ein rauschendes Fest auszurufen. Die Abschlussfeier wurde in diesem Jahr zu einer Gartenparty. Die Helden hatten es sich verdient, nachdem sie all diese Abenteuer durchlebt hatten.

Diese Nacht wurde für die meisten Campbewohner zur längsten. Die Sage geht, dass das Lagerfeuer zu keinem Zeitpunkt verwaist war.

PhiloCamp: ein Ort der Tugenden

Würde

Das wohl Faszinierendste, was Camelot zu bieten hat, ist die respektvolle Einstellung gegenüber einander, die es mehr als achtzig grundverschiedenen Menschen ermöglicht, über mehrere Tage hinweg im selben Haus zusammenzuleben. Zwar waren einige der Bewohner über die Zeit ihres Aufenthaltes nicht im Haus selbst untergebracht, sondern zelteten auf einer Wiese oberhalb des Lagerfeuers, während die Schlafstätten der anderen über das Haus verteilt waren. Doch der Alltag spielte sich tatsächlich im Inneren von Camelot und auf der Terrasse davor ab. In ihrem Verhalten wurden die Bewohner dem Motto des diesjährigen PhiloCamps, der Würde und dem würdevollen Umgang miteinander, mehr als gerecht.

Hilfsbereitschaft

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Die klare Aufgabenverteilung und allgemein herrschende Hilfsbereitschaft wird wohl auch einen großen Anteil dazu beigetragen haben. Eine der wenigen Hausregeln Camelots ist, dass jeder Bewohner, egal wie lang oder kurz er bleiben mag, sich an einem der Teams beteiligt, die den reibungslosen Alltag ermöglichen.

  • Ob es nun der Infopoint ist, der zu jeder Stunde des Tages einen Ansprechpartner bereitstellt,
  • das Küchenteam, welches alle mit der überlebenswichtigen Energie- und Glücksquelle, dem Essen, versorgt,
  • das Ästhetikteam, welches die Ordnung im Wirrwarr erhält, oder
  • das Logistikteam, das springt, wann immer im Haus etwas kaputt geht oder hergerichtet werden muss, ist jedem selbst überlassen.
  • Im Hintergrund und fast unsichtbar war außerdem das Dokuteam auf seiner Mission des Erinnerungserhalts unterwegs,
  • nicht zu vergessen die Camporganisatoren, die schon lange im Voraus im Einsatz waren.

Miteinander

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Letztendlich ist es dem Einsatz Vieler zu verdanken, dass einmal im Sommer ein solch unvergessliches Ereignis auf die Beine gestellt werden kann. Und jeder trägt auf seine Weise einen Teil dazu bei, einen Ort zu erschaffen, an dem die Gedanken tief reichen, gemeinschaftliches Miteinander herrscht und im Hintergrund immer irgendwo Musik gemacht wird.

Ich bin sehr dankbar, dass ich in diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal Gast in Camelot sein durfte, dem wieder erweckten Schauplatz alter und neuer Traditionen.

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