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Praktische Philosophie, Held

Was macht einen Held aus? Reicht es aus, standhaft zu sein und seine Ideen durchzusetzen? Werden wir als Held geboren und können wir uns dazu entwickeln? Wie wird Katniss Everdeen aus „Die Tribute von Panem“ zur Heldin? Kann auch ich ein Held sein?

Die Tribute von Panem

In der Geschichte „Die Tribute von Panem“ (engl. The Hunger Games, von Suzanne Collins) ist die 16-jährige Protagonistin Katniss Everdeen anfänglich keine Person, die die Welt verbessern möchte, sondern eine junge Frau, die sich mehr um ihre Familie kümmert. Als ihre jüngere Schwester Prim jedoch ausgelost wird, bei den unmenschlichen Hungerspielen als Tribut gegen 23 andere Jugendliche zu kämpfen, meldet sich Katniss freiwillig.

Katniss gelingt es, die Spiele zu überleben, und nicht nur das, auch Peeta, der zweite Tribut aus ihrem Distrikt, kann mit ihr überleben: durch ihre Fähigkeit als Jägerin mit Pfeil und Bogen umzugehen, aber vor allem, weil sie eine Menschlichkeit aufzeigt, die für einen Tribut untypisch ist. Da Katniss und Peeta sich nicht gegenseitig umbringen möchten, beschließen sie gemeinsam Selbstmord zu begehen. Bevor sie jedoch die giftigen Beeren essen können, werden beide zu Siegern ernannt.

Was macht Katniss zum Held?

Die erste außergewöhnliche Aktion von Katniss ist, dass sie sich freiwillig zu den Hungerspielen meldet. Dafür ist Mut erforderlich.

Sie macht dies nicht, weil sie eine Revolution anstiften möchte, sondern aus Liebe zu ihrer Schwester, die keinen Tag in der Arena überleben würde. Sie fühlt sich für ihre Familie verantwortlich.

Einen Held zeichnet aus, dass er Hindernisse bewältigt. Bei Katniss geschieht dies oft auf eine besondere Weise: So soll sie bei den Vorbereitungen auf die Spiele ihre individuellen Fähigkeiten vorführen, damit ihr später in der Arena möglichst viele Sponsoren helfen. Leider verschießt sie ihren ersten Pfeil und verliert somit die Aufmerksamkeit der Spielemacher. Daraufhin wendet sich Katniss von der Zielscheibe ab, schaut, was das aktuelle Interesse der Leute ist – ein üppiges Buffet. Sie schießt den Pfeil auf einen Apfel, der im Maul eines Spanferkels des Bankettessens steckt –  und trifft natürlich.

Praktische Philosophie, Treffen

So löst sie ein Problem, in dem sie sich über scheinbar unlösbare Hürden hinwegsetzt.

Was macht Katniss noch zum Held?

Ein weiteres Beispiel für das Überschreiten von Begrenzungen zeigt sich, als Katniss und Peeta die beiden letzten Überlebenden in der Arena sind und sie sich gegenseitig umbringen sollen. Katniss sucht nach einer Lösung, einem Ausweg, so dass weder sie Peeta töten muss noch umgekehrt. So kommt ihr die Idee, dass beide gleichzeitig giftige Beeren essen und beide somit sterben. Auch hier setzt sie sich wieder über die vorgegebenen Regeln hinweg und beschreitet einen eigenen Weg.

Eine weiteres Zeichen ist die Szene mit Rue: Katniss freundet sich in der Arena mit der kleinen Rue an, die sie an ihre Schwester erinnert. Als Rue in der Arena getötet wird, zeigt Katniss eine Menschlichkeit, die für so eine Extremsituation herausragend ist: sie singt der sterbenden Rue ein Lied vor und schmückt ihren Körper mit Blumen und empfindet tiefe Trauer. Dies ist einer der ersten Momente, in dem ihr bewusst wird, dass sich etwas an dem System ändern und sie dazu etwas beitragen muss.

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