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Die Hunger-Spiele der Tribute von Panem: ein Vergleich mit Casting- und Reality-Shows

  • Was haben die Hunger-Spiele mit den römischen Gladiatorenkämpfen gemeinsam?
  • Warum sind sie so beliebt?
  • Sind dies nur menschenverachtende Unterhaltungsshows (Spiele)?
  • Oder hatten sie ursprünglich einen tieferen Sinn?

In der Geschichte „Die Tribute von Panem“ (engl. „The Hunger Games“, von Suzanne Collins) finden in der Nation Panem jedes Jahr die Hunger-Spiele, ein Wettkampf in einer Arena zwischen 24 Jugendlichen, statt. Dafür werden aus den Provinzen, den sogenannten Distrikten, Jugendliche als Tribute ausgelost und in die Hauptstadt gebracht. Die 24 Tribute müssen gegeneinander um Leben und Tod kämpfen, bis es am Ende nur noch einen Überlebenden gibt. Bevor die Spiele beginnen, werden die Tribute gestylt und den in Prunk und Überfluss lebenden Menschen aus der Hauptstadt präsentiert. Für die Bewohner der Hauptstadt stellen die Spiele ein großes Vergnügen und die wichtigste Veranstaltung des Jahres dar. Mehr Details zur Geschichte

Unterschiede und Parallelen zu heutigen Unterhaltungsformaten

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Big Brother, DSDS und das Dschungel-Camp – die Bedeutung der Unterhaltungsmedien ist auch bei uns zu sehen. In der Panem-Geschichte wie auch bei unseren Casting-Shows haben die Spiele-Macher die Möglichkeit, in das Geschehen aktiv einzugreifen. Auch wenn niemand auf unseren Bühnen stirbt, ist ein Kandidat nach Fehltritten jedoch für uns „gestorben“. Wir sind nicht wie die Bewohner von Panem gezwungen die Spiele bzw. Shows anzuschauen. Aber als vor ein paar Monaten das Dschungel-Camp lief, kam ich an der U-Bahn-Station nicht umhin, die neuesten Geschehnisse im Camp auf den Info-Screens verfolgen zu dürfen … oder zu müssen.

Ursache für Beliebtheit von Unterhaltungsshows

Es stellt sich die Frage nach den Ursachen: Warum schauen sich Menschen Unterhaltungsshows an, bei denen andere scheitern oder leiden? Warum gibt es manchen Zuschauern einen Kick, wenn die Teilnehmer erniedrigt oder bloßgestellt werden?

Schadenfreude kann mehrere Ursachen haben

In einer Gesellschaft, in der alle darauf konditioniert werden, sich miteinander zu vergleichen, wo Status, Anerkennung, Prestige als höchste Werte angesehen werden, kann der Fall von einem Star die soziale Gerechtigkeit wiederherstellen. Durch den Schaden des anderen wird dieser uns wieder gleichgestellt, unser Neid wird vermindert. Dadurch verbessert sich unser Selbstwertgefühl.

Ein weiterer Grund ist, dass wir uns durch Unterhaltungsmedien von unserem eintönigen Alltag ablenken. Es werden starke Emotionen geweckt ohne Verbindlichkeiten eingehen zu müssen.

Vergleich mit den Gladiatorenkämpfen

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Die römischen Gladiatorenkämpfe, die ursprünglich auf ein Totenritual zurückgingen, hatten die Aufgabe, das Volk zu unterhalten und waren ein kaiserliches Privileg. Es traten anfangs Sklaven und Kriegsgefangene in der Arena an. Später kandidierten vermehrt freie Bürger als Gladiatoren aufgrund der Aussicht auf Berühmtheit. Auch in Panem melden sich aus den reichen Distrikten die sog. „Karrieros“ freiwillig, die ihr Leben lang auf die Hunger-Spiele hin trainieren und bei Sieg Ehre erlangen. Anders als in Panem hatten in Rom tapfere Verlierer gute Chancen zu überleben. Das Publikum nahm dabei die Rolle des Richters ein.

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