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Philosophie

Vielfältig sind die Dinge, die uns heutzutage fehlen. Wirklich, wir sind arm inmitten des Überflusses und der Bequemlichkeiten, ermöglicht durch eine Technik, die real oder auch nur scheinbar im Dienste der menschlichen Bedürfnisse steht. Nichtsdestoweniger stellen wir fest, dass wir dadurch, dass wir mehr haben, auch immer mehr brauchen. Und dies schafft einen Teufelskreis, den wir nur schwer durchbrechen können, außer wir widmen uns den Dingen, die unsere Authentizität fördern.

Daher sagen wir: Wir brauchen mehr Philosophie. Auf klassische Art und Weise und genau hierauf legen wir Wert; d.h., dass die so weit gefasste Philosophie das gesamte Spektrum des Lebens umfasst und versucht, all seine Fragen zu beantworten, ohne sich dem starren Rahmen zu beugen, der ihr heute zugeschrieben wird.

Es gibt Philosophie, aber …

Wir könnten uns fragen: Gibt es etwa heutzutage keine brauchbare Philosophie, sodass man auf den klassischen Stil zurückgreifen muss? Nun, es gibt Philosophie, aber wir werden an dieser Stelle nicht im Detail die umfassenden universitären Programme behandeln und ebenso wenig das, was man in den höheren Schulen lehrt.

Es gibt Philosophieunterricht, doch

diese Materie hat keinen Bezug zum Leben jener, die den Unterricht empfangen, nicht so sehr aufgrund der Lehrpläne, sondern aufgrund der Lehrkräfte, die diese Materie vermitteln. Nur solche Lehrkräfte, die sich mit einer wahrhaften Hingabe dieser Aufgabe widmen, schaffen es, von ihren Schülern verstanden zu werden und eine Art „Gefühl des Suchens und des Findens“ zu erwecken.

Die anderen schaffen eher mentale Verwirrung, die in die heute typische Bewertung der Philosophie mündet, dass nämlich Philosophie ein unerträgliches und unnützes Kauderwelsch von Worten und Konzepten sei. Dies ist die schwere und

Ungerechte Bürde, die auf der Philosophie lastet

Philosophie

  1. Unnütz zu sein, zu nichts Praktischem zu dienen und kein Geld abzuwerfen, es sei denn, man hat das unglaubliche Glück, irgendein Buch herauszugeben, welches gelesen und akzeptiert wird.
  2. Noch immer dauert die Debatte an, seit man in Spanien entschieden hat, dieses Fach aus dem Lehrprogramm der höheren Schulen zu nehmen. Ohne es deutlich auszudrücken, ließ man von offizieller Seite als Grund die Idee der „Nutzlosigkeit“ durchschimmern. Viele Professoren und Schüler protestierten dagegen. Einige wagten sogar zu behaupten, dass die jungen Menschen ohne Philosophie nicht denken lernen würden. Und stoßen wir nicht gerade hier an den Kern der Sache?
  3. Vielleicht haben einige Menschen ein echtes Interesse daran, dass die Jugend nicht zu denken lernt und sich von den verdummenden Modeströmungen mitreißen lässt? Denn wäre es nicht viel schwieriger, eine Jugend zu manipulieren, die denken kann? In welchem Zustand befindet sich derjenige, der es letztendlich geschafft hat, eine universitäre, philosophische Laufbahn zu beenden? Durch die Jahre des Studiums wimmelt es in seinen Kopf von hunderten widersprüchlichen Ideen verschiedenster Epochen, ohne dass er den roten Faden finden kann, der die unzähligen Denkströmungen miteinander verbindet.

Heutzutage lebt der junge Philosoph (kann er sich überhaupt Philosoph nennen, wenn er diese Art von Studien absolviert hat?) entweder in einer mentalen Verwirrung oder er neigt sich jenen Lehren zu, die ihm geschickt als die „Besten“ präsentiert wurden. Oder er fühlt sich ohnmächtig angesichts so vieler Argumente, die ihm kein einziges seiner Probleme lösen, mit denen er sich täglich konfrontieren muss. Daher mangelt es im Prinzip nicht an Philosophie, aber vielleicht wollen einige, dass es ihrer ermangelt.

Aber was ist Philosophie?

Philosophie

Wir haben so viele Definitionen gelesen, dass wir nicht so ohne Weiteres einer von ihnen den Vorzug geben können. Auch wollen wir uns weder in Polemiken verstricken, die verschiedene Autoren untereinander aufgebaut haben, noch in solche, die von Leuten stammen, die sich ausschließlich auf Kritik beschränken.

Ob man sie als eine eigenständige oder übergeordnete Wissenschaft betrachtet oder als eine Nichtwissenschaft: die aktuellen Konzepte sind derart verwickelt, dass sie unglücklicherweise jenen Recht geben, die meinen, dass die Philosophie nichts mit dem Leben selbst zu tun habe und daher keinen weiteren Nutzen bringe als den einer rein intellektuellen Übung.

About The Author

Ist derzeit internationale Präsidentin der internationalen Organisation Neue Akropolis für Philosophie, Kultur und Volontariat. Sie graduierte am Nationalen Musikkonservatorium in Buenos Aires in Klavier und Komposition sowie in Philosophie und absolvierte zusätzliche Ausbildungen für Naturwissenschaften, Publizistik und Journalismus. Sie hat zahlreichen Artikeln in Zeitschriften und Zeitungen zu Themen der Philosophie, Musik, Geschichte und Kultur im Allgemeinen veröffentlicht und mehr als dreißig Bücher und Handbücher über Praktische Philosophie, Psychologie, Alte Zivilisationen, Astrologie, usw. verfasst. Als Pianistin und Schriftstellerin ist sie außerdem Chefredakteurin des spanischen Kultur- und Philosophiemagazins „Esfinge“ (zu dt. „Sphinx“). Seit vielen Jahren ist sie als Dozentin für Symbologie, Psychologie, Geschichte der Religionen, Ästhetik, Metaphysik, Anthropologie, usw. tätig. Als Anerkennung ihrer Arbeit als Direktorin von Neue Akropolis wurde sie 1980 mit der Silbermedaille für Kunst, Wissenschaft und Literatur von der Academic Society for Education and Encouragement, akkreditiert durch die Académie Française, ausgezeichnet.

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