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Warum

Die Entwicklung der Menschheit

Dies ist die Entwicklung des vergänglichen Körpers, der jedoch nur Fahrzeug für die seelische Entwicklung des Menschen ist, der von einer anfänglichen großen Abhängigkeit von der Umgebung mehr und mehr seinen eigenen Willen zum Ausdruck bringt, anfangs durch Emotionen, dann durch einen sehr egoistisch geprägten Geist, schließlich durch einen spirituellen Geist, der sich der großen Einheit von allem bewusst wird.

Genauso kann man sich die große Entwicklung im Lauf der verschiedenen Leben (Inkarnationen) vorstellen, bei der die Menschheit aus einem sehr emotionalen und egozentrischen Stadium langsam in den tieferen, geistigen Sinn des Lebens eintaucht.

Das Woher des menschlichen Egos, aus einem einzigen All-Bewusstsein, verschmilzt mit dem Wohin, denn alles kehrt dorthin zurück, woher es gekommen ist. Dazwischen liegt die Entwicklung, die aktive Eroberung dieses All-Bewusstseins.


Warum ist der Himmel blau?

Wohin

Mit dem Verständnis des Woher und Wohin erhellen sich auch viele Warum-Fragen. Warum sterben wir? Warum leiden wir? Warum gibt es überhaupt Leid? Warum gibt es Ungerechtigkeit? Warum gibt es Krieg? Warum passiert das gerade mir?

Die Frage nach dem Warum ist für den Menschen essenziell, denn erst dadurch beginnt das Leben auch Sinn zu erhalten, erst dadurch beginnen wir Zusammenhänge zu begreifen, erst dadurch setzen wir Erlebnisse in Erfahrungen um.

Was bringt es, nach neuen und noch gewaltigeren Erlebnissen zu suchen, wenn wir das Erlebte nicht hinterfragen. Was bringt es, mehr und noch mehr zu lesen, wenn wir uns nicht die Zeit nehmen, über das Gelesene nachzudenken und es bewusst zu integrieren. Es ist wie permanent zu essen ohne zu verdauen. Wir leben aber nicht von dem, was wir essen, sondern von dem, was wir verdauen.

Beim Beantworten der vielen, täglich auftauchenden Warums bin ich mir dessen bewusst, dass jede Antwort nur eine momentane ist, die sich mit neuen Erkenntnissen und Erfahrungen verändern kann.

Warum sterben wir?

Schlaf

Das Sterben ist der große Bruder des Schlafes. Wir schlafen, weil sich hier unser Bewusstsein vom Körper trennt und regenerieren kann, um mit neuer Tatkraft in den nächsten Tag zu gehen. Genauso wie wir uns nach dem Tod auf eine neue Wiedergeburt vorbereiten.

Warum leiden wir?

Der Schmerz ist ein wichtiger Indikator für eine Krankheit oder ein Fehlverhalten, das zu korrigieren ist. Der Schmerz macht uns auf eine notwendige ( die Not wendende) Änderung in unserem Leben aufmerksam. Er ist daher ein Helfer auf dem Weg zu mehr Bewusstsein. Das Leid jedoch ist der mit den Emotionen vermischte Schmerz, der nicht behoben wird oder nicht zu beheben ist. Wenn man den Schmerz nicht beheben will, versinkt man oft in Selbstmitleid und einer jammernden Opferhaltung.

Warum gibt es Ungerechtigkeit?

Das Gerechte steht in Zusammenhang mit dem Guten und dem Wahren. Da wir diese nicht in ihrer Absolutheit erfassen können, da unser Bewusstsein dual ist ( d.h. wir erfassen kalt nur im Verhältnis zu heiß), urteilen wir nach gerecht-ungerecht, gut-böse, wahr-falsch.

Doch auch wenn in Wirklichkeit alles einer großen Gerechtigkeit untersteht, müssen wir unserem Gewissen folgen und Ungerechtigkeit dort zu beheben versuchen, wo wir sie wahrnehmen. Die altägyptische Lebensweisheit „Folge deinem Herzen, solange du lebst“ ist mir dabei zu einem echten Leitstern geworden.

Warum ist der Himmel blau?

Es gibt tausende Warums, die ich nicht verstehe, aber gerade diese sind die treibende Kraft eines philosophischen Lebens. Die Philosophie im klassischen Sinn ist ein Abenteuer, aber nicht eines im Kopf und auch nicht eines im Vergnügungspark, sondern eines im täglichen Leben. Ein Abenteuer, das dem Alltag Sinn verleiht und ihn in einen Pfad auf den Gipfel des Menschseins verwandelt. Bis dahin aber gibt es viel zu tun.

Dieser Artikel wurde in der Ausgabe Nr. 110 (4/2007) des Magazins Abenteuer Philosophie veröffentlicht.

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