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Die Nikomachische Ethik von Aristoteles

Schon vor über 2300 Jahren beschäftigte sich Aristoteles mit der Frage des ethischen Handelns und kam zum Schluss: Die Praxis ist das höchste Ziel. So schuf er eines seiner reifsten Werke: Die Nikomachische Ethik.

Wir alle sehnen uns nach Glück. Das Glück (Eudaimonia) ist laut Aristoteles das höchste Gut des Menschen, darüber stimmen die meisten ziemlich überein. Doch was ist das Glück? Wie wird man ein glücklicher Mensch und wie sieht ein gutes Leben aus?

In der Nikomachischen Ethik gibt Aristoteles Antworten auf diese Fragen und liefert gewissermaßen einen Leitfaden für ein gelungenes, tugendhaftes und glückliches Leben. Er geht von der Bedeutung menschlichen Handelns aus und will durch eine präzise Analyse Normen des ethischen Handelns finden. Denn die Praxis ist das Ziel der Ethik.

Jedes praktische Können, jede wissenschaftliche Untersuchung, jedes Handeln und Wählen strebt nach einem Ideal, dem Glück. Menschen setzen sich viele Ziele in ihrem Leben und immer gibt es auch ein höchstes und letztes Ziel. Allgemein gilt das Glück als ein solches höchstes Ziel, das durch Handeln erreicht werden kann. Freilich teilen sich hier bereits die Meinungen der Menschen, worin denn das Glück bestehe. Für viele bedeutet es Genuss, für den Staatsmann ein Leben im Dienste des Staates, für den Philosophen die Hingabe an die Philosophie, für edle Menschen ist die Ehre das lohnende Ziel.

Nur handeln führt zum Glück

Handeln führt zum Glück

Aristoteles verortet das Glück des Menschen nicht im Gefühl, sondern im handeln.

Glück ist Ziel all dessen, was wir tun.

Aristoteles

Nur wie erreichen wir dieses Ziel? Aristoteles empfiehlt:

Glück ist ein Tätigsein der Seele im Sinne der ihr wesenhaften Tüchtigkeit. Glück ist auch die seelische Energie, die durch Vollkommenheit und Schönheit geprägt ist. Hier schimmert das altgriechische Ideal der „Kalokagathia“ (des Schönen und Guten) durch.

Allerdings gibt es ein höchstes Glück, das nur wenigen zuteil wird: das geistige Leben des Denkers. Der Geist ist der eigentliche Mensch, seine Energie ist vollkommen. Doch Aristoteles ist zu sehr Humanist, als dass er nicht wüsste, dass dieses Ideal nur von Wenigen erreicht werden kann. Daher nimmt die Anleitung zu ethischen Handeln im Bereich des menschlichen Alltags großen Raum ein. Er weiß, dass der Mensch zum Glück auch äußere Güter wie Gesundheit, Wohlstand, Freundschaft und eine angemessene soziale Stellung braucht.

Er unterscheidet zwischen äußeren, seelischen und leiblichen Gütern. Die seelischen Güter sind die höchsten und beispielsweise Freude zählt zu ihnen. Das Leben ist an sich voll Freude und sittlich wertvolle Handlungen sind für den edlen Menschen Quelle der Freude. Das Glück ist also auch das höchste und freudvollste Gut.

Es stellt sich die Frage, ob Glück durch Lernen, Übung, Gewohnheit oder göttliches Geschenk dem Menschen zuteil wird? Ebenso ist zu ergründen, ob ein Mensch glücklich sein kann, solange er lebt. Nach dem Tod gibt es kein Glück; und auch die Lebensänderungen und Schicksalsschläge sind nur von geringem Einfluss. Der edle Mensch trägt jede Wendung des Lebens in vornehmer Gelassenheit und kann daher nicht wirklich unglücklich werden, auch wenn er vielleicht nicht das höchste Glück erreichen kann. Glücklich ist daher der Mensch, der ein tugendhaftes Leben führt und dazu mit äußeren Gütern hinreichend ausgestattet ist.

Tugenden als Werkzeuge

Weg der Mitte

Für Aristoteles sind die Tugenden der Weg zur Glückseligkeit. Er zählt sie auf – Tapferkeit, Besonnenheit, Großzügigkeit und Gerechtigkeit – und spricht gleichzeitig von den Extremen in beide Richtungen, nämlich dem Mangel und dem Übermaß einer jeden. Er erläutert es am Beispiel der Tapferkeit, wo diese den goldenen Mittelweg darstellt. Ihr Mangel ist die Feigheit, das Übermaß die Tollkühnheit. Es ist nicht leicht, stets die richtige Mitte zu finden. Es ist aber bereits lobenswert, ständig bemüht zu sein, den richtigen Weg einzuschlagen, auch wenn Fehlentscheidungen nicht immer vermieden werden können. Das Bemühen, zur rechten Zeit und in den rechten Situationen den rechten Menschen gegenüber in richtiger Weise zu handeln, ist das Mittlere, die Leistung der sittlichen Tüchtigkeit. Das heißt, wir bemühen uns für den bestmöglichen Mittelweg zwischen dem Übermaß und dem Mangel.

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